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Freizeit - ''Heimatkundemuseum'' bearbeiten
Ort
Kritik
Ein echter Geheimtipp ist das Heimatmuseum Nowosibirsk zwar nicht, ein Besuch lohnt aber dennoch. Das Museum unterteilt sich in drei Ausstellungen.<br> Der wohl bekannteste Teil, die <b>historische Ausstellung</b>, befindet sich direkt gegenüber dem Lenindenkmal am Красный проспект 23. Das sehenswerte Gebäude gehört zu den ältesten der Stadt und beherbergte früher ein Handelszentrum. Hier wird der Besucher in mehreren Ausstellungsräumen mit der Geschichte der Besiedlung Sibiriens und der Entwicklung Nowosibirsks bekannt gemacht. Mit Fundstücken archäologischer Ausgrabungen beginnt die Dauerausstellung. Die ersten Spuren von Besiedlung sind bereits etwa 14.000 Jahre alt. Ein weiterer Raum widmet sich den verschiedenen Naturvölkern, die sich in Sibirien angesiedelt haben. Es werden unter anderem Trachten der Schoren, Nenzen, Dolganen, Jakuten sowie Kultgegenstände von Schamanen gezeigt. Anschaulich geht es weiter: Im Ausstellungssaal zur Kolonisierung Sibiriens ist die Wohnstube eines russischen Bauernhauses nachgestellt. Man bekommt einen Eindruck davon, wie hart das Leben der Bewohner Sibiriens damals gewesen sein muss. Auch die Geschichte des „asiatischen Russlands“ als Verbannungsort wird angerissen. Mit dem Bau der Transsibirischen Eisenbahn am Ende des 19. Jahrhunderts beginnt auch die Geschichte von Novosibirsk, das bis 1925 Nowonikolajewsk hieß. Auf vielen Fotografien und alten Stadtplänen kann die Entwicklung der Hauptstadt Sibiriens verfolgt werden. Wir erfahren, dass das Telefonnetz der Stadt 1917 genau 726 Anschlüsse umfasste und können uns gedanklich an den Schreibtisch einer originalgetreu ausgestatteten Schreibstube setzen. Auch gibt es das Kinder- und Esszimmer einer aristokratischen Familie der späten Zarenzeit zu betrachten. Die Wirren der Oktoberrevolution und der „Große Vaterländische Krieg“ hinterließen ebenfalls ihre Spuren in Novosibirsk. Davon erzählen die beiden letzten Räume der Ausstellung. Aus der jüngsten Geschichte der Stadt und der Entwicklung nach dem Ende der Sowjetunion erfährt der interessierte Besucher jedoch leider nichts.<br> Der <b>naturkundliche Teil</b> des Museums ist im Erdgeschoss eines Plattenbaus auf der Вокзальная магистрал 11 (hinter dem ЦУМ-Kaufhaus) untergebracht. Hier wird dem Besucher die Flora und Fauna des Nowosibirsker Gebiets näher gebracht. Die Tierwelt der Steppen- und Waldzone kann beobachtet werden, ohne dass man befürchten muss, von den Wölfen, Braunbären und Königsadlern, denen man begegnet, angefallen zu werden. Aug' in Aug' sieht man sich einem mannshohen Elch gegenüber. Fellproben einzelner Tierarten, ja sogar die Stacheln des Igels laden dazu ein, ertastet zu werden. Geschützte Naturdenkmäler der Umgebung, Relief, Bewuchs und geologische Besonderheiten des Gebiets sind auf vielen Karten eingezeichnet. Hier findet man sicher auch Ziele für den nächsten Sommerausflug ins Grüne. Hauptattraktion aber ist „Mathilde“: ein vollständig erhaltenes Mammutskelett, das Kinder 1940 beim Spielen entdeckt haben. Ein Stoßzahn ragte aus der Uferböschung eines kleinen Flusses. Die Kinder gruben ihn aus und nahmen ihn mit in die Schule. 2007 hat „Mathilde“ einen großen Bruder bekommen: Im Gebiet Nowosibirsk wurde ein weiteres Mammutskelett gefunden. Anlässlich ihres bevorstehenden 70. Geburtstages wurde „Mathilde“ in diesem Jahr restauriert. Zurzeit ist ihr eine eigene Wechselausstellung gewidmet, die nicht nur das Leben während der Eiszeit, sondern auch das Leben der späteren Forscher bei ihren Ausgrabungen zeigt. Kinder können sich sogar selbst als Paläontologen betätigen und mit Schaufel und Pinsel prähistorische Knochen freilegen.<br> Das heimatkundliche Museum hat noch einen dritten Teil, der in einem kleinen Holzhaus aus dem Jahr 1905 auf der ул. Ленина 23 liegt, gleich neben dem Hotel „Сибирь“. Dieser Teil beschäftigt sich mit dem Wirken des bedeutenden sowjetischen Parteifunktionärs <b>Sergej M. Kirow</b>, der als junger Mann 1908 für einige Zeit in diesem Haus lebte und arbeitete. Der Gefolgsmann Stalins und spätere Parteisekretär von Leningrad wurde 1934 unter nie ganz geklärten Umständen erschossen. (Markus Lange, 2009/12)<br> <i><a href="http://museum.nsk.ru" target="_blank">www.museum.nsk.ru</a>; Geschichtliche Ausstellung: Красный проспект 23, Mi-Fr 10-18 Uhr, Sa-So 11-19 Uhr; Naturwissenschaftliche Ausstellung: Вокзальная магисталь 11, Mi-So 10-18 Uhr; Ausstellung zu Kirow: ул. Ленина 23, Mi-Fr 10-18</i>
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Letzte Aktualisierung:
11. Juni 2010